Woog Riots

Album: PASP

Single: Frank Backwards
VÖ: 02.10.2008

»People«, »Animals«, »Society« und »Places« – »PASP«. Das liest sich wie eine Bestandsaufnahme, eine Inventurliste oder wie der Versuch einer Enzyklopädie. Bei den WOOG RIOTS denkt man zuallererst an Spielfreude, ungetrübten Pop, Humor und Charme. Doch das ist nur die verführerische Oberfläche. Dahinter liefert »PASP« nichts Geringeres als einen Rundumschlag auf die gesellschaftlichen Verhältnisse unserer Zeit. Und die sind alles andere als rosig.

Getreu dem Motto ihres Freundes Knarf Rellöm »Move your ass and your mind will follow« geht das zweite Album des deutsch-italienischen Duos nicht nur ein Schritt in Richtung Dancefloor, sondern bietet auch eine inhaltliche Verschärfung: Schluss mit Zuweisungen von wegen »niedliche Antifolk-Adepten«, wie anlässlich ihres Debüts oft zu lesen war. Antifolk ist Silvana Battisti und Marc Herbert nach wie vor wichtig als solidarisches Netzwerk, das zeigt, dass im Haifischbecken des Pop auch andere Umgangsformen möglich sind, nicht jedoch als stilistisches Korsett. Die Verweise und Referenzen sind daher vielfältiger geworden, der Sound konzentrierter, der Ton direkter. Die alte Idee von Sly Stone, dass Agit-Pop keine Predigt sein muss, sondern funky sein kann, lebt hier wieder auf – wunderbar gespiegelt aus der Erfahrung von vier Jahrzehnten Popkultur heraus, in der die Elektro-Minimal-Ansätze von The Young Marble Giants ebenso Spuren hinterlassen haben wie Jonathan Richman, Bikini Kill und der Dance-Punk von »DFA«.

Man muss nicht alle Referenzen (an die italienische Punkband CCCP, an The Fugs u.v.m.) erkennen, um zu bemerken, wie brillant hier mit möglichst klaren Sätzen, Slogans geradezu, der Status Quo umrissen wird: Prekäre Arbeitsverhältnisse, Sexismus (»Art Museum«), die Lethargie von Enddreißigern, die nicht mehr vor die Tür gehen (»Living Room«), das Rollenverständnis von Müttern im Musikgeschäft (»Backstage Lemonade«, gemeinsam mit Kimya Dawson eingespielt) und die Absage gegenüber jeglicher Form von Patriotismus (»Paul McCartney«) – die

WOOG RIOTS finden für all das einfache, verführerisch verpackte Worte, die dem »Riot« im Namen voll und ganz gerecht werden. Auf einer erfolgreichen England -Tournee hat die Band ihre Stücke bereits vor einem begeisterten Publikum erprobt. Im Juni und Herbst 2008 folgt eine ausgiebige Deutschland-Tour.

 

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