MissinCat – „Wirewalker“

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MissinCat

Album: „Wirewalker“
VÖ: 27.02.2015
1. Single: „Pirates“
Label: Revolver Distribution Services / R.D.S.

MissinCat und der Drahtseilakt des Erwachsenwerdens

Das dritte MissinCat-Album „Wire Walker“ erzählt, wie sich auch in kniffligen Situationen die Balance halten lässt. Dabei ist der Künstlerin ein bezauberndes und reifes Werk gelungen.

Bisher waren MissinCat Alben wie eine gute Freundin, mit der man sich unter der Decke die ganze Nacht Geheimnisse erzählen konnte. „Wire Walker“ hingegen ist wie eine Hand, die mutig diese Decke wegreißt und in die Außenwelt weist. Sie zeigt plötzliches helles und sonniges Tageslicht, aber auch die Dunkelheit der Nacht, statt all den Pastellfarben, die die zwei bisherigen Alben „Back On My Feet“ und „WOW“ zeichneten.

Eine forderndere Stimme ist heute dort, wo uns früher MissinCat ganz zart ins Ohr flüsterte. Auch heute noch formen kleine, beinahe spielzeugartige Instrumente den typischen MissinCat-Klang. Doch die Soundlandschaften des Albums erfahren durch Streicher, Pauken, Klavier, aber auch der Verwendung unkonventioneller Beats und einem präsenten Bass eine orchestrale Dimension. Dabei wurde der mädchenhafte Charme der Singer/Songwriterin nicht einfach nur gegen opulenten Pop eingetauscht, es sind vielmehr die großen Gesten und die plötzliche Eindringlichkeit, die MissinCats bisheriges Spektrum ergänzen. Mit Berend Intelmann (Fotos, Paula ) und Johannes Saal (Super 700) waren gleich zwei Produzenten bei der Umsetzung behilflich. Wer als MissinCat-Fan der ersten Stunde beim Hören nun an Kafkas „Verwandlung“ denken mag, liegt nicht ganz falsch, nur dass sich statt des berühmten Ungeheuers hier ein prächtiger Schmetterling entpuppt.

Caterina Barbieri dazu: „Mir wurde bewusst, dass ich irgendwann nicht mehr dieses Mädchen sein konnte. Es wurde Zeit, den Vorhang zu lüften und alle weiteren Facetten zu zeigen. Vieles davon war selbst mir neu. Selbst meine Stimme hat sich mit den neuen musikalischen Perspektiven mit entwickelt.“ Zurecht ist ihr „Wire Walker“-Album wie ein Coming of Age-Film für alle, die selbst lange an der eigenen Unschuld festgehalten haben und dennoch erwachsen geworden sind. Die großen Themen der Songs sind nicht nur Liebe, sondern auch Verlust und kämpferischer Mut. Schließlich hat die gebürtige Mailändern, die seit Beginn ihrer Solokarriere in Berlin lebt, in dieser Zeit viele Veränderungen mitgemacht, was sich auch in der Art, Musik zu machen, widerspiegelt. „Wichtig war für mich zu lernen, die Kontrolle zu verlieren. Ich habe losgelassen, um zu sehen was passiert. Denn gerade im kreativen Prozess muss man sich sein eigenes Bild immer wieder aus der Distanz ansehen. Im Studio heißt das, mit verschieden arrangierten Versionen herauszufinden, welche Entwicklungen innerhalb der Songs möglich sind. Eigentlich war ich bei den ersten zwei Alben viel eher der „Wire Walker“, gerade weil mir Veränderung heute gar nicht mehr die Angst macht, die ein gefährlicher Drahtseilakt auslösen würde.“

Das Spannende an „Wire Walker“ ist die Dynamik der kleinen und großen Momente, der Balanceakt zwischen Nähe und Distanz. Kurz gesagt, dort wo in ihrem Kinderzimmer früher vielleicht ein Glockenspiel stand, findet sich heute mindestens noch ein Schlagzeug oder sogar ein kleines Orchester. MissinCats neue Souveränität ist dabei keine erhabene Pose, sondern vielmehr das Protokoll einer spannenden Metamorphose.

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