In Extremo

Album: In Extremo – „Sterneneisen“
VÖ: 25.02.2011
Label: Vertigo
Vertrieb: Universal Music Group

 

 

 

Naturfreunde erinnern IN EXTREMO vielleicht an eins dieser seltenen Lebewesen, die es eigentlich nicht geben dürfte. So lustige Einfälle der Natur wie der Quastenflosser mit seinen Bein artigen Flossen oder das Schnabeltier, das einzig bekannte Eier legende Säugetier. In diesen Wesen manifestiert sich ein evolutionärer Übergang, sie konservieren in ihren Genom eine längst vergessene Zeit, leben aber im Hier und Jetzt. Das könnte man auch von IN EXTREMO behaupten, denn in ihrer Musik manifestiert sich eine oft vergessene Klangwelt ebenso wie die Moderne, in der wir alle leben.

Um eine Ahnung dafür zu bekommen, was IN EXTREMO antreibt, was sich in dieser Band reibt und kristallisiert, warum das alles genau so sein muss wie es ist, reicht ein Bild: Die Bühne eines kleinen, idyllischen Mittelalter-Marktes, die Zupfgeige des Vorgängers ist noch nicht lang verklungen, da ertönt plötzlich eine Stimme aus dem Dunklen und fragt: “Wo ist denn hier die Steckdose?”

Skandal. Gaukler am Rande des Nervenzusammenbruchs. Das Publikum in Schockstarre. Ältere erinnern sich an Bob Dylan – als er die Besucher des New Port Folk-Festival 1965 mit seinen ersten elektrischen Set schockierte und fortan mit dem Beinamen Judas leben musste.

So etwas wie IN EXTREMO hatte der Mittelalter-Markt zu dieser Zeit weder gesehen noch gehört. Die Frage nach der Steckdose, diesen Moment dürfen wir mit etwas poetischer Freiheit als Geburtsstunde von In Extremo verstehen. Das muss so 1995 gewesen sein, dem offiziellen Gründungsjahr. Die vollständige Geschichte ist viel komplizierter, nachzulesen in Kay Lutters Buch “Spielmannsfluch” – aber mit der Frage nimmt die Idee von IN EXTREMO ihre erste und schließlich auch vollständige Form an. IN EXTREMO verstehen sich als eine moderne Rockband. Natürlich braucht die Strom. Das Recht der Narren ist seit jeher, spielerisch mit der Realität zu provozieren. Und so haben IN EXTREMO die Regeln der Gralshüter und Kulturwächter unterwandert, aber nur, um ein ungleich breiteres Publikum mit der Professionalität von Schaustellern in ihren Bann zu ziehen:

Menschen! Flammen! Sensationen! (Strom!)

Keine andere Band versteht es besser, die räudige Poesie eines François Villons mit der adäquaten Härte vorzutragen. Keiner entschlackt deutsche Hochkultur wie Goethe oder Uhland mit weniger Worten, ohne falschen Respekt zu heucheln. Niemand schafft es so effektiv, verschüttetes Kulturgut zu bergen und den längst begrabenen Glauben an das Gute zu wecken; einst bescheinigte ein Kritiker IN EXTREMO eine, “an Kitsch grenzende Hoffnung auf Freundschaft, Verständnis und das Recht, so zu sein, wie man ist.” Das kann man einfach so stehen lassen, denn wenn Hoffnung kitschig sein kann, ist diese Welt ohnehin nicht mehr zu retten.

Mit ihrem Erfolgs-Album “Sängerkrieg” konnten sich IN EXTREMO nun endgültig befreien. Nach einer bewegten Vorgeschichte im Untergrund inklusive der krediblen Verhaftung, direkt von der Bühne weg, kulminierte die musikalische Laufbahn der sieben Musiker 2008 in einem Album, das wie kein zweites das Unvereinbare endgültig verbindet. Die Elemente sind seit Jahren mehr oder weniger dieselben aber ihr Miteinander war nie inniger, das beweisen auch zwei Gold-Auszeichnungen und die Top-Position in den Charts. Dieser vorläufige kreative und kommerzielle Höhepunkt der bisherigen Geschichte von IN EXTREMO war nur der Beginn einer Fortschreibung – es geht weiter, mit denselben Mitteln und einer neuen Unbekümmertheit.

Unverkennbar bestätigt das neue, neunte Studio-Album “Sterneneisen” im Titel und Artwork, dass IN EXTREMO das Zeitalter der Maschinen und Industrialisierung für sich entdeckt haben. Bei der Vor-Produktion und der Organisation helfen schon seit geraumer Zeit Computer. Längst ist die Band dem Ruf der ausländischen Fans gefolgt und haben den Sprung über die Gewässer, nach Asien und Amerika gewagt. Ohne technisches Teufelswerk wäre weder das Reisen noch ihre aufwendige Pyro-Show möglich. Aber trotz der Tonnen von Technik muss sich IN EXTREMO keine Sorgen um die eigene Identität machen. Denn wie schrieb Robert Müller im Metal Hammer, anlässlich des letzten Albums schon ganz richtig: “So lange IN EXTREMO ihr opulentes Line-Up mit all seinen Fraktionen, Facetten und (Ersatz)Familieneigenschaften stabil halten kann, bleibt die innere Logik ihrer Musik intakt, (…) denn so wie die Jungs in der Band, leben auch die beiden Elemente ihrer Musik miteinander, nicht nebeneinander.”

Als hätte es dafür noch eines Beweises bedurft, haben IN EXTREMO mit “Sterneneisen” ein Album aufgenommen, das die Band noch geschlossener, als eine kompakte Einheit präsentiert. Bei den Aufnahmen der zwölf Songs haben die sieben auf Bewährtes gesetzt – erneut wählten sie die Principal Studios als Hauptquartier, idyllisch in einem alten Bauernhof bei Münster gelegen. Dort halfen ihnen auch wieder ihre Freunde, die „Resetti Brothers“ Jörg Umbreit und Vincent Sorg, die bereits bei der Produktion von “Sängerkrieg” und den Alben zuvor für den letzten Schliff gesorgt hatten.

Das gesamte Arrangement des Albums und die zwölf Songs im einzelnen mögen beim ersten Hören außergewöhnlich, ja, einzigartig erscheinen. Aber Sänger Michael Robert Rhein alias Das Letzte Einhorn hält den Ball flach und rät uns dazu, die Unterschiede zwischen ihren Alben nicht überzubewerten: “Du legst das Teil rein und hörst: Das ist IN EXTREMO. Und so soll das sein!”

Und so wird das auch in Zukunft sein …

 

 

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