Doctorella

Album: “Drogen und Psychologen”
VÖ: 23.03.2012
Single: “Bring mich nach Paris”
VÖ: 23.03.2012
Label: ZickZack c/o What’s so Funny About..GmbH
Vertrieb: Indigo

Bands mit mehr oder minder starken Frauen am Mikrofon gibt es hierzulande jede Menge. Und wenn man sich die Charts anguckt, könnte man glatt denken, dass sich wirklich was getan hat in Punkto Geschlechterverhältnisse im Pop. Hört man genauer hin, merkt man, dass diese Bands dieselben Mainstream-Stereotype wiederholen und im Grunde furchtbar langweilig und nichtssagend sind. Endlich durchbricht eine Band die Konsens-Dominanz: DOCTORELLA. Die Bandgründerinnen, Frontfrauen und Zwillinge Kerstin und Sandra Grether sind wohl die einzigen, die dem Mainstream mit ihrem Wollen und Können, mit ihren Verrücktheiten, mit ihren Ideen und faszinierenden Vorstellungen von sich und der Welt, das nötige Futter und gleichzeitig die nötige Abstinenz verordnen und geben können. Sie sind Teil des Pop-Betriebs, sie brauchen und sabotieren ihn, sie lieben und sie hassen ihn.
DOCTORELLA aus Berlin überzeugen auf ihrem Debütalbum „Drogen und Psychologen“ mit fantasievollen, drastischen Texten und glamourösem Pop mit Underground-Prägung. „Lass uns Märchenwesen sein“ singen DOCTORELLA und wollen das nicht als Gute-Laune-Klischee verstanden wissen, sondern als konkrete Aufforderung, als Anstiftung zum Utopisch-Sein. Denn Kerstin und Sandra Grether, Zwillingsschwestern und streitbare, nie leise, aber stets charmante Chefinnen von DOCTORELLA, haben schon immer Sachen gemacht, die es vorher noch nicht gab: als blutjunge Teenager aus der Kleinstadt ein Fanzine erfunden, kurz darauf nach Köln gezogen und für Musikzeitschriften wie Spex und Intro kluge, scharfsinnige Artikel geschrieben, die in der jungsdominierten deutschen Poplandschaft bis heute unvergleichlich und einzigartig sind.
Nächste Station der Schwestern: Hamburg. Dort – und das hatte es erst recht noch nicht gegeben – gründet Sandra Deutschlands erste und einzige Riot Grrrl-Band Parole Trixi, deren Album „Die Definition von süß“ (ZickZack/What´s So Funny About) in der Plattensammlung jeder coolen Feministin steht. Kerstin schreibt mit „Zuckerbabys“ den ersten Poproman mit wirklich relevantem, weil todernstem Hintergrund. Zu Madonnas 50. Geburtstag, Kerstin und Sandra leben inzwischen in Berlin, stellen die beiden eine vielbeachtete Anthologie zusammen; 2011 organisieren sie den Berliner Slutwalk mit. Überhaupt wird Berlin ganz schnell zu ihrer Stadt, auch weil das TIP-Magazin sie regelmäßig auf die Liste der „peinlichsten Berliner“ hebt.
Hier in Berlin rufen sie ihre gemeinsame Band ins Leben, was bei so viel Herzblut-Engagement für Dichtkunst, Pop und Feminismus fast zu schön ist, um wahr zu sein. Aber Märchenwesen können alles, sie träumen den „übernächsten Traum“, wie es in einem DOCTORELLA-Song heißt, und: die Grethers machen ihn wahr.
Dabei sind DOCTORELLA nicht einfach vom Himmel gefallen, drei Jahre feilen die Schwestern an Konzept und Line-up (zu frühen Besetzungen gehörten Andreas Spechtl von Ja, Panik, Jens Friebe, Elmar Günther und Herman Herrmann), bis mit Mesut Molnár am Schlagzeug und Jakob Groothoff (im anderen Leben Betreiber des Hamburger Plattenladens Hanseplatte) am Bass alles perfekt passt. Mit „Drogen und Psychologen“, produziert von Tobias Siebert, erscheint Ende März 2012 endlich das lang ersehnte Album.
In DOCTORELLA verbinden sich (Zitat Kerstin) „Strokes und The Knife, Blumfeld, Blondie und Ideal mit einem Schuss Hildegard Knef“. Von Gitarristin Sandra stammt der Rock-, von Keyboarderin Kerstin der Pop- und Chanson-Appeal, singen und songschreiben tun sie beide. Zusammen klingt das so toll, dass man es glatt für selbstverständlich hält, dass DOCTORELLAS Lyrics – auf deutsch und englisch und manchmal auch gemischt – radikal romantisch und rebellisch-dekadent sind und uns auf „die Zeit nach der Bohème-Revolution“ vorbereiten.

Kerstins und Sandras brillante Analysen, die sich in T-Shirt-tauglichen Zeilen wie „Die Reichen tragen schwarz“ niederschlagen, sind aber heute genauso wenig selbstverständlich wie zu ihren Spex-Zeiten und deshalb umso wichtiger, dringender, nötiger. Danke, DOCTORELLA, ihr ganz realen Märchenwesen!
Aufgepasst: Ab Mai gehen DOCTORELLA auf „Drogen und Psychologen“-Tournee! Neben der Band mit ihren unwiderstehlichen Protagonistinnen darf man sich auf Lesungen eigener extra für die Tour geschriebener Texte und wechselnde Gast-Autoren freuen!

DROGEN UND PSYCHOLOGEN – Das Album
2012 ist die Zeit, in der Wünschen nicht mehr hilft, aber auch die, in der uns nicht mehr so wahnsinnig viele Wünsche einfallen. Allein deshalb musst Du diese Platte hören: Um zu merken, welche Wünsche bei dir noch offen sind. Sperrangelweit. Wünsche, die DOCTORELLA Dir erfüllen können! Das Album der guten DOCTORELLA, die gleich mehrere Personen ist, besetzungsmäßig (denn sie ist eine Rock- und Pop-Band!) und auch im übertragenen Sinn. Eine Medizinfrau. Eine Superheldin.
“Drogen und Psychologen“ heißt das Album. Und das sind die Wünsche:

Der erste Wunsch: Bring mich nach Paris!
Schon im ersten Song ist alles drin: Melancholie, Unvernunft, ein bisschen Bosheit, Wärme, Deutsch und Englisch, Berlin, Paris und L.A., Strokes, Blondie und Ideal. Ein explosiv von Sandra Grether gespucktes „B“ am Anfang des Wortes, das ihre derzeitige Heimatstadt bezeichnet. Hebt ab wie ein Flugzeug und bringt dich innerhalb von drei Minuten in sieben Städten mitten auf die Tanzfläche. Ein Refrain, der groovt wie Gossip.

Der zweite Wunsch: Liebe Stadt, komm fang mich auf!
Eine verruchte Liebeserklärung an eine Stadt. Dieses Mal singt Kerstin Grether, die Zwillingsschwester, ebenso die Komplizin wie Antipode zu Sandra. Wie man sie unterscheiden kann auf diesem Album: Sandra ist die Bissige, die auch Gitarre spielt, Kerstin die Divenhafte, die auch Keyboards spielt. Sandra ist Joan Jett (an einem sonnigen Tag freilich), Kerstin ist Little Boots und Hildegard Knef (an einem sonnigen Tag freilich). Eine ist die erste Strokes-Platte, die andere ist die zweite und dritte, auf denen die Synthesizer so lodern wie bei diesem Song namens „Liebe Stadt“, in dem es um das irre Gefühl geht, in all den Straßen, Brücken, Hinterhöfen plötzlich ein großes Du zu erkennen.

Der dritte Wunsch: Ich hol dich aus dem Irrenhaus!
Ein Longdrink aus Manisch und Depressiv, Pulp, Tocotronic, Lassie Singers, The Knife. Genie und Wahnsinn liegen nah beieinander. Davon handelt DOCTORELLA.

Der vierte Wunsch: Nicht an der Liebe verkühlen!
Wer hier an Annette Humpe bei Ideal denken muss, assoziiert im Prinzip richtig – auch wenn es damals eben schicker war, eisig daherzukommen und sich nach Wärme zu sehnen. DOCTORELLA machen es exakt andersrum. Sie erzählen Geschichten aus innerer Wärme heraus, die sich nach der Kälte sehnen.

Der fünfte Wunsch: Tinte auf dem Herz
Der Wunsch, sich den Namen des verlorenen Geliebten in die Venen zu tätowieren, auch wenn`s wehtut.

Der sechste Wunsch: Lass uns Märchenwesen sein!
Das Dornröschen könnte dem Prinzen einfach mal befehlen, es anständig wach zu knutschen – auch so geht Erlösung. Das nämlich macht DOCTORELLA so besonders und vielleicht auch irritierend, deshalb glitzern sie auch tief im Dunkeln: weil sie wissen, dass auch unerbittliche Lyrik die Welt poetisiert. Ein Liebeslied und ein Protesong in einem. Dazu spielt der Korg-Synthie die Töne eines bekannten Volkslieds.

Der siebte Wunsch: Sex natürlich. (Und zwar am besten mit dem Sänger.)
Denn: „Er ist der coolste Blender in der ganzen Stadt./Sie will im Bett was sie schon auf Platte hat.

Der achte Wunsch: Drogen und Psychologen, ihr habt mich nur belogen!
Der Titelsong ist eine knallharte, euphorisch gestimmte Abrechnung mit allen falschen Freunden und Substanzen und pendelt zwischen Stream-Of-Consciousness und gezielt platzierten Beleidigungen.

Der neunte Wunsch: Dabei sein und trotzdem frei sein! Neue Farben tragen!
“Wandern durch die Nacht“ ist eine Hymne auf die Nacht im speziellen und auf das Glück im Allgemeinen. Ja, Glück ist möglich, auch in diesen Zeiten…

Der zehnte Wunsch: Die Reichen tragen schwarz.
Eine Satire auf die Reichen und ihren „ach so guten“ Geschmack. „Die Reichen tragen schwarz./ Sonst wird’s ihnen zu bunt.“ Kommt im Refrain mit Rummelplatz-Feeling (Akkordeon, Walzer). DOCTORELLA färben unsere Welt mit einem bunten Song.

Der elfte Wunsch: Imagine! Eine Band gründen und eine flügelschlagende Ballade schreiben!

Der zwölfte Wunsch: Träum den übernächsten Traum!
„Trau dich einmal abzuhaun!“ Mit Geigen wie in den Chansons der 1920er Jahre und dem hypnotischen Spirit von Velvet Undergrounds „All Tomorrow`s Parties“.

Der Wunsch, der über allem schwebt:
Einfach mal wieder eine Platte hören, die Fantasie und Manie hat, die ihre Hörer nicht für blöd und naiv hält, die einen zum Abheben und Neustarten mitnimmt; die in den Arm nimmt und in den Arsch tritt, die „Foucault!“ und „Fuck you!“ sagt: “Drogen und Psychologen“ von DOCTORELLA!

Vielleicht hilft das Wünschen ja wirklich.

Record-Release-Party
Fr. 20. April 2012, Berlin, Kater Holzig

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