Danko Jones

DANKO JONES
Album „Rock and Roll is Black and Blue“
VÖ: 21.09.2012
Label: Bad Taste
Vertrieb: Soulfood

Neulich in der Rock’n’Roll Highschool:
„Hefte raus, Klassenarbeit: Was wissen wir über Rock’n’Roll?“
Die Auswertung:
„It’s got a back beat, you can’t blues it/Any old time you use it“
(Chuck Berry, ‘Rock And Roll Music’, 1957)
„You show us everything you’ve got/You keep on dancin’ and the room gets hot/ You drive us wild, we’ll drive you crazy“
(Kiss, ‘Rock And Roll All Nite’, 1975)
„Heavy decibels are playing on my guitar/We got vibrations coming up from the floor“
(AC/DC, ‘Rock and Roll Ain’t Noise Pollution’, 1980)
„Incarnate power, roaring from the sky/While others cower, rock ain’t gonna die“
(Twisted Sister, ‘You Can’t Stop Rock ‘n’ Roll’, 1983)
„Rock and roll can never die/There’s more to the picture than meets the eye“
(Neil Young, ‘Hey Hey, My My (Into the Black)’, 1979)

 

Auch Danko Jones weiß das alles. Und er zelebriert nicht einfach den Mythos, sondern ist hemdärmeliges Sinnbild für all die harte Arbeit, die die Denkmalpflege des Rock’n’Roll-Erbes eben erfordert. Danko kennt die schlaflosen Nächte, die endlosen Fahrten im Tour-Bus und all diese Fernbeziehungen. Danko kennt auch das Blut und den Schweiß die dazugehören. Nur auf Tränen wird verzichtet – denn Rock’n’Roll ist nichts für Heulsusen.
Die letzten 16 Jahre hat Danko Jones dieses Vagabundentum mit all seinen Höhen und Tiefen gelebt, wie auf der unlängst veröffentlichten DVD-Dokumentation „Bring On The Mountain“ festgehalten und im demnächst erscheinenden Bandbuch „Too Much Trouble: A Very Oral Histoy of Danko Jones“ nachlesbar ist.?Das jene bisherige Rock’n’Roll-Achterbahnfahrt selbst bei jemanden wie Danko ein paar schwarze und blaue Flecken hinterlassen hat, liegt auf der Hand. Doch wer Danko kennt weiß, dass er genauso offensichtlich nicht anders kann, als dem nächsten Kick (oder Rock) hinterzujagen, wie er es schon in seinen Songs immer so glaubwürdig besingt. Rock’n’Roll ist Dankos größte Sucht. Und die wird er auch niemals aufgeben.
Im Laufe von sechs Alben hat Danko Jones dem Rock’n’Roll jedenfalls seinen ganz persönlichen, unverkennbaren Stempel aufgedrückt. Vom Blues über Sechziger Garagen Rock, Siebziger Hard Rock und Power Pop, dem Hardcore der Achtziger, Indie Rock und Skandinavischer Metal aus den Neunzigern bis zu einer nicht unwesentlichen Portion Humor aus dem Stand Up-Comendian- Repertoire, reichen Dankos stilistische Einflüsse und können doch nicht vollkommen definieren, was Danko Jones ausmacht. Auch wenn sich all seine Alben auf besagte Grundpfeiler stützen, unterscheiden sie sich dennoch in individueller klanglicher Charakteristik und Attitüde: „I’m Alive And On Fire“ war eine furiose Blues-Punk-Orgie. „Born A Lion“ brachte den Boogie und Dampfhammer-Soul ins Spiel. „We Sweat Blood“ war etwas unruhiger und aggresiver zugleich. „Sleep Is The Enemy“ verführte mit schnittigen Hooks. „Never Too Loud“ war so routiniert-poliert, wie „Below The Belt“ ein basisch-abgespecktes Statement war. Verglichen mit all diesen vorherigen Ecksteinen, ist das neue Album „Rock And Roll Is Black And Blue“ gleichsam Dankos bis dato emotionalste wie epischste Scheibe. Nein, keine Angst, die Verwendung dieser beiden Adjektive mit E am Anfang und Superlativ belegt bedeutet nicht, dass Danko Jones nun doch unter die Heulsusen gegangen ist. Denn um Kinderchöre, Symphonie- Orchester oder sensible Piano-Balladen macht auch dieses Album einen verdammt großen Bogen. Was uns Danko hier zu hören kredenzt ist nicht weniger als die Grundessenz seines Schaffens – allerdings hoch zehn. Diese 12 Songs sind cooler, kühner und kompakter als alles, was Danko bisher angepackt hat. Und das will etwas heißen.

Was genau also hat sich seit dem 2010er Album „Below The Belt“ getan? Abgesehen davon, dass jenes Album die U.S. Top 40 Active Rock Radio Charts geknackt und eine Video- Trilogie hervorgebracht hat, die Elijah „Frodo“ Wood, Ralph „Karate Kid“ Macchio, Lemmy „Motörhead“ Kilmister und Mike „Minutemen“ Watt erstmalig gemeinsam vor die Kamera gebracht hat?
Kleiner Tipp, guckt mal auf den Schlagzeuger- Schemel. Richtig, Danko Jones haben einen neuen Drummer: Adam „Atom“ Willard schwingt als sechster Trommler in der bisherigen Bandgeschichte nun die Stöcke.
Dabei ist er allerdings der erste, der mit Danko und seinem langjährigen Kompositions-Partner und Bassisten John „JC“ Calabrese in kreativer Hinsicht auf Augenhöhe ist. Willards Lebenslauf spricht für sich: Er war nicht nur die treibende Rhythmuskraft hinter Dankos erklärter Lieblings- Garagen-Punk-Kombo aus San Diego, Rocket From The Crypt, sondern hat ebenso bereits für die Multiplatin-Punks The Offspring oder die Supergroup Angels & Airwaves den Takt angegeben. Adam hat es also mehr als drauf, einen massiven, radio-freundliches Monster-Song rhythmisch zu bedienen.
Wir alle wissen, dass Danko Jones nie wie eine schüchterne Schülerband rüberkamen. Doch mit dem Feuerschutz von Willards Trommelkraft im Rücken klingt das Trio unaufhaltsamer und unerschrockener denn je. Sei es beim langsam und tief walzenden Groove der Led Zeppelin-Hommage ‘You Wear Me Down’, dem hymnischen Ohröffner- Refrain von ‘Just A Beautiful Day’ oder dem kernschmelzenden Album-Herzstück ‘Always Away’. Jenes reiht sich übrigens nahezu nahtlos in den bisherigen Kanon von Liedern über das Leben auf Achse ein. Doch wo ‘Code Of The Road’ und ‘Sleep Is The Enemy’ vorwiegend Oden an die unentwegte Rock’n’Roll-Rumtreiber-Mission waren, widmet sich ‘Always Away’ nun der Gegenperspektive: Der Song ist hymnisch, und ganz offen und ehrlich an jene ganz besondere Person gerichtet, die unterdessen zuhause die Stellung hält. Damit ist er der vielleicht authentischste, herzergreifendste Song, den Danko bisher gesungen hat. Aber wie gesagt, keine Angst. Denn selbst wenn Danko sentimental wird, hat er dabei noch einen Riffbrecher mindestens so groß wie ‘Thunderstruck’ in der Hinterhand.
Darüber hinaus gibt es weitere neue inhaltliche Schwerpunkte auf dem Album zu verzeichnen. ‘I Don’t Care’ widmet sich der geo-politischen Weltlage, während ‘I Believed In God’ – das Gospel-Grand Finale der Platte, das aus ähnlichem Holz wie der frühe Klassiker ‘Love Is Unkind’ geschnitzt ist – sich dem Themenkomplex Religion annimmt. Wie zu erwarten war ist die Enderkenntnis bei beiden Songs die gleiche: Die geo-politische Weltlage und Religion interessieren Danko Jones einen Scheiß. Denn letztendlich dreht sich auf „Rock And Roll Is Black And
Blue“ alles um Rock’n’Roll mit allem was dazugehört. Herzbrüche (‘Type Of Girl’), sexy Körperteile (‘Legs’), den morgendlichen Motivator (‘Get Up’), Angstzustände (‘Terrified’) und Kampfansagen (‘Don’t Do This’)
sowie die Einsicht, dass man selbst schon einiges einstecken können muss, will man den ganzen Scheiß überleben (‘Masochist’). Aber genau das ist es ja, was wir alle – und Danko vorweg – am Rock’n’Roll so lieben. Doch noch was dazugelernt.

 

Danko Jones im Web:
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