Anna F.

Album: „…For Real“

VÖ: 14.01.2011

Single: „Most Of All“

VÖ: 10.12.2010

Label: Moerder Music

Vertreb: Rough Trade

 

Anna F. st wohl eins der besten Beispiele, was „Mund zu Mund Propaganda“ bewirken kann. Ihr Video „Erstes Mal“ haben sich in wenigen Wochen 250.000 Menschen im Internet angesehen. Ohne spezielle Vorankündigungen oder Promotionaktionen. Ein ungläubiges Staunen von Verantwortlichen der Videoplattform „dailymotion“ war das Ergebnis und sie haben gleich persönlich bei Anna F. angerufen. Denn was die Leute in dem Videoportal sahen, war eine musikalische Premiere vor Publikum im kleinen Wiener Szeneklub B72. Irgendwann 2007 mit verwackelter Handkamera aufgenommen, mit verwischten Bildern und grenzwertigen Tonaufnahmen. Jedoch mit einer gehörigen Portion verstecktem Charme.

Drei Jahre später gilt Anna F., der hübsche, schwarze Lockenkopf aus dem kleinen oststeirischen Dorf Friedberg, als Österreichs größte Pop-Hoffnung. Dabei tut das 25-jährige Mädchen mit der Gitarre nichts Anderes, als Geschichten zu erzählen. „Meine Geschichten“, sagt sie.

Etwa die, als Anfang 2009 Marketingverantwortliche einer österreichischen Bank zufällig auf ihre Homepage mit den lustigen Videos stoßen. Für eine TV-Werbung mit dem österreichischen Skistar Hermann Maier wollen sie ihren noch unveröffentlichten Song „Time Stands Still“ verwenden. Wenige Monate später wird der Track bei den renommierten „Austrian Music Awards“ in der Kategorie „Pop“ ausgezeichnet. Darüber hinaus bekommt sie auch den österreichischen Musikpreis „Amadeus“ in der Kategorie „Best Pop Artist des Jahres“. Kurz danach nimmt Lenny Kravitz sie gleich als Vorband für seine insgesamt 12 Konzerte umfassende Europatournee mit, als er einen Soundcheck vor Annas Live-Auftritt in Innsbruck mitverfolgt. Ob Vertreter von Major-Labels hinter diesen ganzen Zufälligkeiten einflussreich die Strippen gezogen haben? Die sich in verrauchten Wiener Klubs bei Annas Konzerten die Klinke in die Hand gaben und nach dem Überraschungs-Hit bei „dailymotion“ das große Geld witterten? Fehlanzeige! Denn Anna hat schon immer alles gerne selbst in die Hand genommen.

Begonnen hat alles mit dem Kassettenrekorder ihrer Eltern, der nicht nur Annas erste Sprechversuche einfängt, sondern bald auf der Toilette oder im Badezimmer auch als mobiles Musikstudio fungiert. Anna lernt Gitarre, Klavier und Schlagzeug, schreibt Songs und wird irgendwann 15 Jahre alt. Bei einem Konzert mit der Schulband präsentiert sich Anna, die neben ihren größten Idolen Led Zeppelin auch auf Radiohead, John Lennon und Regina Spektor abfährt, erstmals der sehr eingeschränkten Weltöffentlichkeit.

In Graz beginnt sie englische Literatur und Medienwissenschaften zu studieren, und in der heruntergekommenen WG, in der sie mit Freunden wohnt, ist es meist ziemlich kalt. „Die Heizung in der Wohnung ist immer ausgefallen, im Winter ist sogar das Klo eingefroren“, erzählt sie. Doch die Songs, die in diesem Umfeld entstehen, sind alles andere als unter dem Gefrierpunkt, ganz im Gegenteil.

Dennoch treibt Anna, auch aus studentischem Geldmangel, ihre Zweitkarrieren voran. Das Gelegenheitsmodel ist Sportjournalistin beim österreichischen Privatfernsehsender ATV, spezialisiert auf die deutsche Fußballbundesliga.

Erst als Produzent und Schlagzeuger Alex Deutsch, der unter anderem gemeinsam mit dem „Radiofritzen“ Ken Jebsen das Festival „berlin meets wien“ veranstaltet, in ihr Leben tritt, wird Musik Annas Hauptjob. Mit ihrer Band „Anna F. & Her Ex-Boyfriends“ bastelt sie an ihren eigenen, selbst geschriebenen Songs. Bis eben das „erste Mal“ auf der Bühne passiert – dem bereits Auftritte im deutschen Radio (Fritz, Sputnik) und im ausverkauften Berliner Admiralspalast bei der „Fritz-Nacht der Talente“ folgen sollten.
Mittlerweile ist um Anna F. in Österreich ein regelrechter Hype ausgebrochen. Der auf eigene Faust und auf ihrem eigenen Label veröffentlichten Debüt-CD „For Real“ wird nach nur acht Wochen die goldene Schallplatte verliehen, nachdem das Album auf Platz 3 der Charts eingestiegen war und sich 12 Wochen unter den Top 15 hielt. Unterstützung erhält Anna F. von ihrer Band, ihrem kleinen aber feinen Team, allen voran Alex Deutsch und Konrad Sommermeyer, dem Produzent Teddy Kumpel aus Brooklyn und dem Londoner Clive Martin, der das Werk mischte und es im legendären britischen Mastering-Studio „The Exchange“ masterte.
Nach einer erfolgreichen Tournee durch Österreichs Klubs stehen nun auch andere Länder, beginnend beim unmittelbaren Nachbarn Deutschland, auf dem Programm. Den Startschuss gibt die neue Single „I Don’t Like You“, die Anna gemeinsam mit Ewald Pfleger, Mastermind der Band Opus („Life is Live“) geschrieben hat. Am 10. September 2010 wird dann Annas Debütalbum „For Real“ auch in Deutschland veröffentlicht. Zum internationalen Durchbruch fehlt dann nur noch eines: „Ein bisschen Glück. Aber auf das, konnte ich mich bisher auch immer ganz gut verlassen.“

 

 

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