…And You Will Know Us By The Trail Of Dead

Album: The Cantury Of Self
VÖ: 27.02.2009
Single: Isis Unveiled
VÖ: 10.04.2009
Label: Superball
Vertrieb: SPV

Eine Menge Bands jammern herum, dass es sich bei ihrer neuesten Scheibe um eine Rückkehr zu ihren Wurzeln handele. Als ob man auf früheren Demos oder Jamsessions im Keller unentdeckte Schätze finden und zu neuem Leben erwecken könnte. Im Fall von …And You Will Know Us By The Trail Of Dead (von hier an nur noch Trail Of Dead, denn wer will schon einen solch langen Bandnamen immer und immer wieder ausschreiben) könnte die Rückkehr zu alter Form vom Arzt verordnet worden sein. Ihr 2002er Album Source Tags And Codes zündete einen nahezu universellen Rockkritiker-Orgasmus; wie sollten die beiden folgenden Veröffentlichungen diesen Erfolg übertreffen?

Aber Trail Of Dead sind wieder freie Menschen, sie haben sich von ihrer früheren Plattenfirma emanzipiert und sind bereit, zur Vergangenheit zurückzukehren und gleichzeitig in die Zukunft zu blicken. „Endlich haben wir wieder die künstlerische Freiheit, die wir wollen, ohne den Druck, Radiosongs kreieren zu müssen, ohne Rechtsabteilung, die ihren Segen zu unserem Artwork geben muss, und ohne A&R-Manager, deren heißen Atem man im Nacken spürt“, sagt Conrad Keely, einer von zwei Hauptfiguren und Gründungsmitglied der Gruppe.

Obwohl zweifellos eine Menge großer Labels diese Band gerne verpflichtet hätten, entschieden sich Trail Of Dead, ihre Freiheit zu zementieren und einen neuen Kontrakt mit dem jungen deutschen Alternative Rock-Label Superball Music` zu unterzeichnen. Im Oktober 2008 veröffentlichte die Band die mit fünf Songs bestückte EP Festival Thyme als Appetithäppchen auf die kommenden Dinge. Das neue Album The Century Of Self wurde am 20. Februar 2009 veröffentlicht.

The Century Of Self ist ein episches Meisterwerk. Beginnend mit dem erhabenen Instrumental- Opener „Giants Causewa“ bis zum finalen Stück  „Insatiable Two“, das mit dem Sound eines wahnwitzigen Zirkus beginnt und in einem Singalong-Echo über Keelys Mangel an Ungeheuerlichkeit endet, ist diese Scheibe eine Arbeit mit gewaltigem Umfang und hohem Anspruch. Obwohl der Begriff  „Pro“ schrecklich abgegriffen klingt, haben Trail Of Dead in diesem Fall dennoch das Kunststück vollbracht – ein Prog-Album, das weder akademisch noch schmerzvoll klingt.

„Die neuen Songs sind sehr persönlich“, sagt Keely, „einige von ihnen sogar autobiographisch. Wir bauen auf all das auf, was wir jemals getan haben, schauen dabei auf unsere gesamte Karriere zurück und erhalten viele Inspirationen aus unseren frühen Songs. Wir setzen die Weiterentwicklung dieses Konzepts fort und versuchen neue Ideen einzuarbeiten. Und es gibt auf der gesamten Scheibe nicht einen Moment, in dem wir versucht haben Songs zu schreiben, die man im kommerziellen Radio hören könnte. Wir wissen, dass Singles den Markt beleben, aber uns ist das egal.“

Überhaupt haben sich Trail Of Dead noch nie um andere Belange gekümmert. Keely und Jason Reece sind Freunde seit ihrer Kindheit und fingen mit dem Musikmachen in der Indie Rock-Stadt Olympia, Washington an. Dann zogen die beiden nach Austin, Texas, wo Trail Of Dead offiziel geboren wurde. Die Band veröffentlichte 1998 ihr selbstbetiteltes Debütalbum und ließ bereits 1999 „Madonna“ folgen. Nach einer erfolgreichen Tour im Vorprogramm von Superchunk klopften prompt große Plattenfirmen an. Source Tags And Codes kam in die Geschäfte, der Rest ist Geschichte.

Mit ihrem neuen Album planen Trail of Dead wieder auf Tournee zu gehen und ein visuelles Kunstelement in ihre Konzerte einzubauen. Keely ist ein versierter Künstler, der erst kürzlich seine Arbeiten an der  „34 First Ave Gallery“ in New York ausgestellt hat und nun hofft, andere Bands mit hinzuzuziehen, deren Mitglieder ebenfalls Kunst erschaffen. Außerdem möchte er den visuellen Aspekt auch in die Live-Shows seiner Band einbinden. Obwohl bereits seit fünfzehn Jahren erfolgreich, setzen Trail Of Dead ihren innovativen Kurs fort
und wachsen künstlerisch weiter. An einem Punkt, an dem sich andere Bands auf ihren Lorbeeren ausruhen und lieber halbherzige Greatest Hits-Compilations veröffentlichen würden, legen Trail Of Dead gerade erst so richtig los.

Tourdaten 

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